Erstellung eines integrierten interkommunalen Vorreiterkonzepts für Schwieberdingen und Hemmingen
Die Folgen des Klimawandels sind auch in Baden-Württemberg spürbar. Steigende Durchschnittstemperaturen und eine zunehmende Intensität extremer Wetterereignisse verdeutlichen den Handlungsbedarf. Starkregen mit Überflutungen – wie 2010 im Einzugsgebiet der Glems – sowie eine steigende Zahl an Hitzetagen machen die Auswirkungen auch auf kommunaler Ebene konkret erfahrbar.
Schwieberdingen und Hemmingen wollen diesen Entwicklungen aktiv begegnen und ihre Verantwortung im Klimaschutz wahrnehmen. Bereits heute setzen beide Kommunen konkrete Maßnahmen, wie den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden oder die Erstellung eines kommunalen Wärmeplans und den weiteren Ausbau des Wärmenetzes, um. Aufbauend darauf sollen die Aktivitäten systematisch weiterentwickelt und mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2035 gebündelt werden. Das bedeutet, die Treibhausgasemissionen so weit zu reduzieren, dass verbleibende Emissionen durch CO₂-Senken ausgeglichen werden können.
Den strategischen Rahmen hierfür bildet ein ambitioniertes Klimaneutralitätskonzept in Form eines Vorreiterkonzepts. Dazu wurden bereits 2022 Fördermittel zur Erstellung dieses Konzepts im Rahmen der Kommunalrichtlinie des Bundes bei der ZUG (Zukunft-Umwelt-Gesellschaft) beantragt. Das Vorreiterkonzept aktualisiert und konkretisiert das Klimaschutzkonzept des Landkreises Ludwigsburg aus dem Jahr 2015. Aufgrund einer zeitlich stark verzögerten Bewilligung der Förderung erfolgte die Erarbeitung im Zeitraum vom 01.03.2025 bis 28.02.2026. Gefördert wird das Projekt durch Fördermittel der Nationalen Klimaschutzinitiative, Förderkennzeichen 67K23177.
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab – von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt maßgeblich zur Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:
https://www.klimaschutz.de/de/foerderung-der-nki/foerderprogramme/kommunalrichtlinie
Das Vorreiterkonzept richtet sich sowohl an die gesamten Gemeinden (Teil A) als auch speziell an die Kommunalverwaltungen (Teil B). Seine Notwendigkeit ergibt sich aus der Schlüsselrolle der Kommunen: Zentrale klimarelevante Entscheidungen – etwa zu Gebäudesanierungen, Energieversorgung, Flächenplanung oder Mobilität – werden auf lokaler Ebene getroffen. Gleichzeitig bieten diese Bereiche erhebliche Potenziale für regionale Wertschöpfung, höhere Lebensqualität und langfristige Kosteneinsparungen durch einen effizienten Ressourceneinsatz.
Ein beschlossenes Klimaschutzkonzept und der Beitritt zum Klimapakt sind häufig Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln. Mit dem Beschluss unterstreicht die Gemeinde Schwieberdingen den Willen der Kommunen, Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen. Dies kann und wird nur gelingen, wenn Bund und Land die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen und entsprechende Anreize für den Wirtschafts- und den Privatsektor schaffen, sich an der Umsetzung zu beteiligen.
