Hochwasserschutzkonzeption der Gemeinde

Hochwasser Schwieberdingen Juli 2010
Schwieberdingen Juli 2010
Hochwasser Schwieberdingen Juli 2010
Schwieberdingen Juli 2010
Hochwasser Schwieberdingen Juli 2010
Schwieberdingen Juli 2010
Hochwasser Schwieberdingen Räuschelbach Mai 2011
Hochwasser Räuschelbach Mai 2011
Als Hochwasserschutz Errichtung eines neuen Einlaufbauwerks am Räuschelbach Januar 2012
Als Hochwasserschutz Errichtung eines neuen Einlaufbauwerks am Räuschelbach Januar 2012
Hochwasser Räuschelbach  August 2017
Hochwasser Räuschelbach  August 2017
Hochwasser Räuschelbach  August 2017
Hochwasser Räuschelbach  August 2017
Hochwasserschutz  - geplante Maßnahme Ortskanalisation  Schwieberdingen
Hochwasserschutz  - geplante Maßnahme Ortskanalisation  Schwieberdingen
Skizze nach Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes an der  Bruckmühle
Skizze nach Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes an der  Bruckmühle
Skizze Uferweg zwischen Parken und Glems nach Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes
Skizze Uferweg zwischen Parken und Glems nach Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes
Collagenskizze zum Erscheinungsbild nach Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes
Collagenskizze zum Erscheinungsbild nach Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes

Hochwasserschutz in Schwieberdingen

Die Gemeinde Schwieberdingen war in den vergangenen Jahren von Hochwasser- und Starkregenereignissen betroffen. Vor allem im Jahr 2010 kam es aufgrund des Hochwassers zu hohen Sachschäden an Privateigentum und öffentlichen Gebäuden. Zahlreiche Maßnahmen wurden seit dem Jahr 2010 bereits umgesetzt. Beispiele sind die verschiedenen Maßnahmen zur Renaturierung des Räuschelbachs und die Errichtung eines Einlaufbauwerkes, das die überschüssige Menge an Wasser bei einem Ereignisfall ableitet. Darüber wurden Hochwassergefahrenkarten sowie Starkregenereigniskarten für Schwieberdingen erstellt. Im Jahr 2016 gab sich Schwieberdingen die Zielsetzung, eine Gesamtkonzeption zum Thema Hochwasserschutz zu erarbeiten. Mit hohen Investitionen sollen 2019 bauliche Maßnahmen entlang der Glems umgesetzt werden, um zukünftig das Risiko von Schäden bei Hochwasserereignissen zu minimieren. Erstmalig lag im Jahr 2018 dem Gemeinderat eine vollumfängliche und abgestimmte Hochwasserschutzkonzeption zur Beratung vor, der Einstieg in die Detailplanung wurde in dieser Sitzung beschlossen. Insgesamt wird mit einem Investitionsvolumen von 4,1 Millionen Euro gerechnet. Die Höhe möglicher Zuschüsse wird im Verfahren beziffert, ebenso wird davon ausgegangen, dass der Investitionsbetrag nicht vollständig ausreichen wird.

Notfallplan und Schutzmöglichkeiten

Was tun bei Hochwasser und Starkregen?

Starkregen und Sturzfluten sind kaum vorherzusehen und können jeden treffen. Treffen Sie Vorkehrungen, um ihr Eigentum zu schützen und die kommunale Entwässerung zu unterstützen. Schon mit kleinen Maßnahmen können Sie Schäden an Ihren Gebäuden vermeiden.

Maßnahmen für Hauseigentümer & Mieter:
- Informieren Sie sich über die Gefahrensituation Ihres Hauses anhand der Hochwassergefahrenkarte. Diese zeigt, welche Bereiche betroffen sind, wenn das Gewässer über die Ufer tritt und ist über den Umwelt-Daten und -Karten Onlinedienst UDO einsehbar: https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/

- Sichern Sie sich finanziell ab durch eine Elementarversicherung. Schäden durch Starkregen und Sturzfluten sind nicht automatisch in Ihrer Hausrat- oder Haftpflichtversicherung inbegriffen. Achten Sie darauf, ob witterungsbedingte (Regen) Schäden und Schäden durch ausufernde Gewässer (Hochwasser) mitversichert sind.

- Dokumentieren Sie vorab Ihr intaktes Eigentum für die Schadensanzeige nach dem Starkregenereignis.

- Begrenzen Sie den Wasserzufluss und schaffen Sie aktiv Versickerungsmöglichkeiten. Achten Sie darauf, Flächen zu entsiegeln und zu bepflanzen, Regenwasser mittels Zisternen zu nutzen, Gartenmauern und Retentionsbecken zu bauen bzw. zu erhöhen.

- Sorgen Sie vor, um den Wassereintritt zu vermeiden! Bauen Sie Rückstauklappen bzw. Hebeanlagen ein um den Rückstau durch den Abwasserkanal ins Gebäude zu unterbinden beziehungsweise um das Abwasser in den Kanal zu befördern. Informieren Sie sich hierzu bei einem zuständigen Fachbetrieb für Sanität-Heizung-Klima-Innung. Achten Sie auf wasserunempfindliche Baustoffe und prüfen Sie horizontale und vertikale Wandabdichtungen.

- Erstellen Sie einen privaten Alarm- und Einsatzplan. Sprechen Sie sich mit Nachbarn ab, falls Sie arbeits- oder urlaubsbedingt nicht vor Ort sind.

- Schalten Sie den Strom für gefährdete Gebäudeteile ab, sichern Sie Chemikalien, Gifte, Ihre Heizungsanlage und die Öltanks.
 
Maßnahmen für Unternehmer:
- Informieren Sie sich über die Risiken anhand der Hochwassergefahrenkarte. Diese zeigt, welche Bereiche betroffen sind, wenn das Gewässer über die Ufer tritt und ist über den Umwelt-Daten und -Karten Onlinedienst UDO einsehbar: https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/

- Prüfen Sie den Schutz Ihres Betriebsgeländes und welche Gefahren für Ihren Betrieb drohen (z.B. Energieversorgung).

- Richten Sie technische Schutzvorrichtungen ein, um Ihr Gebäude sowie Maschinen und Betriebsmittel zu sichern.

- Prüfen Sie, welche Gefahren von Ihrem Betrieb ausgehen könnten (z.B. Lagerung von Chemikalien) und sprechen Sie sich evtl. mit Feuerwehr oder Dritten ab.

- Klären Sie vorab etwaige Haftungsfragen und prüfen Sie Ihre Versicherungsverträge sowie finanziellen Rücklagen für den Schaden durch Hochwasser und Starkregen und etwaigen Betriebsausfall.

- Erstellen Sie einen betriebsbezogenen Notfall- und Krisenmanagementplan und führen Sie regelmäßige Notfallübungen durch. Bestimmen Sie vorab die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten im Betrieb (z.B. Dokumentation des Schadens, rechtzeitiges Wegfahren des KfZ-Fuhrparks, Klärung der Entscheidungswege).

Mehr Informationen finden Sie auf www.hochwasser-bw.de, in der Rubrik "Aktiv werden“ unter dem Link „Vorsorge“.

Was tun, wenn ein Hochwasser oder Starkregen droht?

Bei einem Starkregenereignis fallen teilweise mehr als 100 Liter pro m2 in einem Zeitraum von ein bis zwei Stunden. Das entspricht etwa einem Siebtel dessen, was in Baden-Württemberg normalerweise innerhalb eines ganzen Jahres fällt. Bei derart heftigen Niederschlägen ist es wichtig, dass Sie bereits im Vorfeld einen persönlichen Notfallplan erstellen.Bitte beachten Sie folgende Punkte:

Maßnahmen für Hauseigentümer & Mieter:
- Verschließen Sie leck geschlagene Tanks, um das Risiko einer Explosionsgefahr zu vermeiden.

- Halten Sie den Informationsfluss mit dem internen Krisenstab, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten aufrecht.

- Der Schutz von Menschenleben hat oberste Priorität und Vorrang vor dem Erhalt von Sachwerten!

- Schalten Sie den Strom vollständig ab.

- Befolgen Sie die Anweisungen der Rettungskräfte.

- Gehen Sie nicht in Keller oder Tiefgaragen. Bereits wenige Zentimeter Wasser können Türen blockieren und eine Flucht unmöglich machen.

- Bei einem Einsatz ist die Feuerwehr stark ausgelastet. Kontaktieren Sie diese nur in dringenden Notfällen, wenn beispielsweise gefährdete Person(en) in Sicherheit gebracht werden müssen oder Schadstoffe wie Heizöl und/oder Gasgeruch austreten. Ansonsten gilt: Wenden Sie sich an Gleichgesinnte und organisieren Sie Nachbarschaftshilfe.

- Vermeiden Sie überflutete Straßen und Flächen. Die starke Strömung kann Sie mitreißen und Ihrem Auto droht ein Motorschaden.
- Erst wenn das Wasser steht oder abfließt, dürfen Sie anfangen, geflutete Räume auszupumpen. Ein vorschnelles Abpumpen kann zu Stabilitätsverlusten und dauerhaften Schäden am Mauerwerk Ihres Hauses führen.
 
Maßnahmen für Unternehmer:
- Verschließen Sie leck geschlagene Tanks, um das Risiko einer Explosionsgefahr zu vermeiden.

- Halten Sie den Informationsfluss mit dem internen Krisenstab, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten aufrecht.

Mehr Informationen finden Sie auf www.hochwasser-bw.de, in der Rubrik "Aktiv werden“ unter dem Link „Während des Hochwassers

Nach dem Ereignis – durch ein zielgerichtetes Vorgehen Folgeschäden verhindern

Nach dem Rückgang des Wassers muss so schnell wie möglich der Normalzustand wiederhergestellt werden. Eine zielgerichtete Nachsorge kann das Ausmaß der Schäden begrenzen und Folgeschäden verhindern.
Hierbei sollten Sie folgende Punkte beachten:

- Entsorgen Sie verunreinigte Gegenstände, Bauteile und offene Lebensmittel. Sandsäcke sind als Sondermüll zu entsorgen. Kontaktieren Sie hierfür Ihre Kommune.

- Prüfen Sie elektrische Geräte, Heizungen, Tankanlagen und Kamine, bevor Sie sie wieder in Betrieb nehmen.

- Dokumentieren Sie alle Schäden durch Fotos oder per Video und melden Sie diese umgehend Ihrer Versicherung.

- Markieren Sie erreichte Wasserstände im und am Gebäude durch Striche oder Kennzeichnungen.

- Beginnen Sie mit dem Auspumpen des Kellers erst, wenn das Wasser komplett abgelaufen ist. Ein vorschnelles Abpumpen kann zu Stabilitätsverlusten und dauerhaften Schäden am Mauerwerk führen.

- Trocken Sie betroffene Bereiche so schnell wie möglich. Unter Umständen sollten Kellerfenster und Türen ausgehängt werden. Falls eine Durchlüftung nicht ausreicht, besorgen Sie spezielle Trocknungsgeräte. Diese können Sie im Fachhandel oder im Baumarkt kaufen oder ausleihen. Sogenannte Gas-Bautrockner können zielgerichtet auf nasse Wände angesetzt werden und sind zudem preiswert und effektiv. Sie können die Trocknung auch von einer Fachfirma durchführen lassen.

- Haben Sie Geduld! Eine vollständige Trocknung der Räumlichkeiten kann Monate oder auch ein ganzes Jahr dauern.

Mehr Informationen finden Sie auf www.hochwasser-bw.de, in der Rubrik "Aktiv werden“ unter dem Link „Nachsorge“.

Gesetzliche Pflicht zur Eigenvorsorge

Hochwassergefahren – gesetzliche Pflicht zur Eigenvorsorge. Worauf Bürger (k)einen Anspruch haben
 
Zunächst ist es wichtig, sich darüber bewusst zu sein, dass Hochwasser jeden treffen kann. Selbst wenn sich der Wohnsitz nicht in unmittelbarer Nähe eines Flusses befindet, besteht dennoch die Möglichkeit, Schaden durch Folgen von z.B. Starkregen zu nehmen. Das Wasserhaushaltsgesetz (§ 5 Abs. 2 WHG) besagt daher, dass jede potentiell vom Hochwasser betroffene Person „[…] im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren verpflichtet [ist], geeignete Vorsorgemaßnahmen […] zu treffen […].“
Jede Bürgerin bzw. jeder Bürger kann anhand der sogenannten Hochwassergefahrenkarten prüfen, inwieweit ihr Haus betroffen ist. Diese Karten zeigen grafisch dargestellte Hochwasserszenarien auf, sowie wie tief und an welchen Orten das Wasser stehen würde. Die Karten können u.a. im Internet unter https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de eingesehen werden.
Wer sich in Sicherheit wiegt, weil er glaubt, Hochwasserschutz sei Aufgabe der Kommune, und diese hätte schon in „ausreichendem“ Umfang Schutzmaßnahmen umgesetzt, sollte bedenken, dass ein absoluter Schutz nicht möglich ist. Extremereignisse von nicht planbaren Ausmaßen, Dammbrüche, Verstopfungen von Durchlässen etc. und damit einhergehenden Überflutungen sind schwer planbar. Und wer meint: „Meine Versicherung wird das im Notfall schon regeln.“, der ist angeraten zu überprüfen, ob die bestehende Gebäude- oder Hausratversicherung auch den Schutz vor Elementarschäden beinhaltet. Wenn nicht, dann kann eine ergänzende Elementarschadensversicherung diese Lücke schließen.
Hochwasserschutz ist also eine Gemeinschaftsaufgabe von (potentiell) Betroffenen und Kommunen. Nur so lassen sich Schäden vermeiden – oder zumindest mindern. Die Aufgabe der öffentlichen Verwaltung ist dabei, Bürger zu informieren, Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz zu organisieren, technische Schutzmaßnahmen umzusetzen, hochwasserangepasstes Planen, Bauen und Sanieren zu steuern sowie die Bauleitplanung zu optimieren und anzupassen. Die Pflicht zur privaten Eigenvorsorge umfasst Schutzmaßnahmen an Häusern und Anlagen, Versicherungen und insbesondere korrektes Verhalten im Hochwasserfall.

Hochwassergefahren- und Starkregengefahrenkarten

Wie werden Hochwassergefahrenkarten gelesen?
 
Für die maximal während eines Starkregens zu erwartende Wassertiefe werden verschiedene Blautöne verwendet: dunkles Blau steht für Bereiche, die während des Starkregenabflusses besonders tief überschwemmt werden und helle Färbungen für geringere Tiefen. In violett sind flächige Überflutungen bei geringer Tiefe dargestellt.
Den Hintergrund der Karte bilden in der Internetversion entweder eine klassische Straßenkarte oder ein Satelliten- bzw. Luftbild mit Informationen u. a. zu Gebäuden und Straßen. Bitte beachten Sie, dass die Kartengrundlagen nicht immer die gleiche Aktualität haben wie andere Kartendienste – dementsprechend sind etwa Daten zu neuen Baugebieten nicht immer im Kartenhintergrund enthalten.
Bei der Interpretation der Überflutungsflächen ist es wichtig zu wissen, dass kein reales Ereignis dargestellt wird, sondern die Karteninhalte eine Überlagerung vieler einzelner Möglichkeiten darstellen. Die verursachenden Gewitterzellen haben einen Durchmesser von rund 5 bis 10 Kilometer. Daher ist bei realen Ereignissen nur ein entsprechend großer Ausschnitt – abhängig von der Zugbahn – auf einmal betroffen. In der Internetversion kann daher eine „virtuelle“ Gewitterzelle eingeblendet und in ihrer Größe variiert werden.
Die Karten können ebenfalls auf dem Umweltdaten- und -kartendienst (kurz: UDO) des Landes eingesehen werden. Die Daten sind frei zugänglich. Informationen hierzu gibt es ebenfalls in der entsprechenden Broschüre sowie im Online-Tutorial.

Hochwasser- und Starkregengefahren in Baden-Württemberg

Bei uns Sonne, im Nachbarort heftige Unwetter – das Phänomen Starkregen
 
Hochwasser ist zwar nichts Neues, tritt aber zunehmend häufiger und heftiger auf. Seit einigen Jahren kommt es wiederholt zu plötzlich auftretenden Sturzfluten – in Fachkreisen spricht man hierbei von sogenannten „Starkregen“. Starkregen sind lokal begrenzte Regenereignisse mit großer Niederschlagsmenge. Sie treten innerhalb kürzester Zeit und mit hoher Intensität auf. In einem Zeitraum von ein bis zwei Stunden können dann mehr als 100 Liter/qm fallen. Das entspricht etwa einem Siebtel dessen, was in Baden-Württemberg normalerweise pro Jahr fällt. Im Gegensatz zu Hochwasser, bei dem Flüsse oder Bäche anschwellen und ufernahe Bereiche überfluten, tritt Starkregen auch unweit von Gewässern und engen Tälern auf.Der genaue Ort und Zeitpunkt von Starkregen ist schwer vorhersagbar. Wo und wieviel es genau regnet, können Meteorologen aufgrund der räumlichen Begrenzung nicht exakt vorherbestimmen: Während sich in einem Stadtteil der Niederschlag entlädt, kann es ein paar Kilometer weiter nicht einmal regnen.Starkregen betrifft jeden. Besonders gefährdet sind Grundstücke am Hang, in einer Mulde oder im Tal. Bei heftigen Schauern können die Regenmassen nicht schnell genug versickern. Das Wasser fließt dann vor allem oberirdisch ab und erreicht eine zerstörerische Geschwindigkeit. Daher sollten Sie unbedingt planen, wie sie sich, Ihre Angehörigen und Ihr Haus vor den Sturzfluten schützen können. Hierbei hilft Ihnen ein individueller Notfallplan. Auch sollten Sie eine Elementarschadensversicherung abschließen, denn nur dann kann das Land für Sachschäden aufkommen.

Interkommunaler Hochwasserschutz

Im Juli 2010 kam es im Einzugsgebiet der Glems (Ditzingen, Gerlingen, Leonberg, Hemmingen, Korntal-Münchingen, Markgröningen, Schwieberdingen, Stuttgart) zu Überflutungen infolge Starkregen. Dabei traten teils massive Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur auf.
Aufgrund dieser in allen Kommunen ähnlichen Betroffenheit wurde deutlich, dass ein gemeinsames Vorgehen bei der Analyse des Hochwasserereignisses und bei der Planung von Schutzmaßnahmen erforderlich ist.

Zeitplan

2011 ließen die acht betroffenen Kommunen sogenannte „Starkregengefahrenkarten“ erstellen. Erstmals konnte damit gezeigt werden, welche Wege die Wassermassen hin zu Flüssen oder Bächen nehmen können. Neben den Starkregengefahrenkarten sollten Workshops mit Vertretern des Krisenmanagements ebenfalls auf den Einsatz im Krisenfall vorbereiten.Entlang der Glems wurden Hochwasserpegel installiert, die aktuelle Wasserstands- und Hochwasserinformationen per Datenfernübertragung an die Hochwasserzentrale übermitteln. Von dort kann jede Kommune aktuelle Daten zum Hochwasserstand der Ober- und Unterlieger abrufen. Mit diesem Messnetz soll speziell bei kleineren Gewässern, wie der Glems, im Hochwasserfall die Vorwarnzeit für die Einleitung der nötigen Maßnahmen vergrößert werden.
In den Folgejahren arbeitete die interkommunale Gemeinschaft mit Hochdruck am Aufbau eines Starkregenrisikomanagements. 2016 war das Starkregenrisikomanagement (SRRM) abgeschlossen, die Ergebnisse, die kommunal erarbeitet wurden, waren auch das Land nützlich. 2018 entstand der Leitfaden "Kommunales Risikomanagement". Seither befassen sich die Kommunen in vier verschiedenen Arbeitsgruppen mit den Handlungsfeldern: Krisenmanagement, Handlungskonzept, Handlungshilfen und Öffentlichkeitsarbeit. Minister Franz Untersteller informierte sich im Juli 2019 in Ditzingen über das Starkregenrisikomanagement an der Glems

Interkommunale Öffentlichkeitsarbeit im HW-Schutz
 
Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, müssen die Ergebnisse den potenziell Betroffenen adäquat kommuniziert werden. Zielgruppe sind: Öffentliche Institutionen, Bürger, Industrie- und Gewerbebetriebe sowie die Land- und Forstwirtschaft. Nur wenn sie über bestehende Gefahren und Risiken informiert werden, ist es den Gefährdeten möglich, ihr Risiko gegenüber Überflutungen aus Starkregenereignissen selbst einzuschätzen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Um dieses Ziel zu erreichen, finden seit 2019 regelmäßige, interkommunale Arbeitstreffen statt. Auf der interkommunalen Webseite starkregengefahr.de können Interessierte für Ihre Gemeinde nachvollziehen, welche Flächen wie stark bei einem Starkregenereignis betroffen sind. Darüber hinaus tragen Bürgerinnen und Bürger aktiv zu einem verantwortungsbewussten Risikomanagement bei, indem sie ihre Beiträge und Erfahrungen zu Ereignisfällen und Schutzmaßnahmen publizieren.

Umgesetzte und geplante Maßnahmen

Geplante Maßnahmen entlang der Glems

Wir wollen für kommende Hochwasserereignisse vorbereitet sein.

 
Errichtung einer einreihigen Blocksteinmauer innerhalb des vorhandenen Gehweges auf einer Länge von
      zirka 140 Meter im Bereich des Talwegs
Errichtung eines 80 Meter langen und bis zu 1,20 Meter hohen Hochwassreschutz-Deichs,
      der bereichsweise überfahrbar gestaltet wird im Bereich der Hirschstraße
Erstellung einer 20 bzw. 25 Meter langen einreihigen Blocksteinmauer in den Anschlussbereichen
Integrierung eines 60 Meter langen und bis zu 1,30 Meter hohen HWS-Deich im Bereich der Vaihinger Straße,
      im vorgesehenen Naturerfahrungsraum
Mobile Elemente im Wirtschaftsweg, diese können zu einer Hochwasserschutzmauer zusammengebaut werden
Ausbesserung eines bestehenden Erdwalls in Eigenregie des Eigentümers
Erstellung einer HWS-Wand mit einer Länge von 20 Metern und
      einer Höhe von zirka einem Meter luftseitig entlang des Zugangs zur Bruckmühle
Ortszentrum: Errichtung entlang des Uferwegs bei den Parkplätzen von Betonfertigteilen mit Vorschüttung
Anhebung des Weges um bis zu 50 Zentimeter,
      sodass die HWS-Wand über weite Teile nur 20 bis 30 Zentimeter höher ist als der Weg
Errichtung eines mobilen HWS im Bereich Ortszentrum bei der Beton-Fußgängerbrücke
Im Anschluss daran Errichtung einer HWS-Wand mit einer Länge von 40 Metern
      und einer Höhe von 70 Zentimetern in Form einer Winkelstützwand bis zum Wohnhaus Bahnhofstr. 28 an.
Installierung von mobilen Elementen im Bereich Bahnhofstraße Süd  mit einer Höhe von 55 Zentimetern
      zum Schutz des Kellerabgangs
Abbruch der bestehenden Fuß- und Radwegebrücke und Bau einer höheren Brücke

Die Gesamtherstellungskosten belaufen sich ohne den Brückenneubau und ohne Ausgleichsmaßnahmen auf rund 1,5 Millionen Euro.

      Weitere Maßnahme:
 Verlegung des Regenüberlaufs 60, glemsabwärts
      Schutzmaßnahme, um bei künftigen Hochwassern im Bereich der Vaihinger Straße eine Stauung des Glemswassers bis in die angrenzende Ortskanalisation und Kellern sowie Ortsdurchfahrt zu vermeiden.

Für diese Maßnahme fallen rund 2,65 Millionen Euro an.

Das Gesamtkonzept umfasst drei Betrachtungssituationen: den Einzugsbereich des Räuschelbachs, das Umfeld entlang der Glems sowie den Bereich Vaihinger Straße beim Rathaus. Dort wurde auch die Abhängigkeit der Kanalisation bei Hochwassersituationen untersucht.

Geplante Maßnahme Kanalisation Ortsmitte

Skizze des geplanten Staukanals zum Hochwasserschutz

In der roten Markierung ist eine Verlängerung des Staukanals um 320m mit Neubau eines unten liegenden Regenüberlaufs zur Glems und Verschluss des alten Regenüberlaufs RÜ 60 vorgesehen
Der blaue Bereich zeigt den bestehenden Staukanal mit oben liegendem Regenüberlauf zur Glems

Umgesetzte Maßnahmen

      01.2012 Errichtung eines Einlaufbauwerks (überschüssiges Wasser wird in Kanäle, Stollen oder Rohre weitergeleitet) am Räuschelbach zum Hochwasserschutz
      04.2013 Untersuchung von Retentionsflächen im Einzugsgebiet des Räuschelbachs, um im Falles eines Hochwassers als Überflütungsfläche genutzt werden zu können
2012 -2015 Erarbeitung einer Starkregen- und Hochwassergefahrenkarte
     06.2015 Fortbildung Aufbau Risikomanagement Hochwasser in Schwierberdingen
ab 04.2016 Erarbeitung von Hochwasserschutzmaßnahmen in den Bereichen Rathaus und Staukanal
     05.2016 Abschluss des Projekts KliStar (484,5 KiB)
                    (Klimaanpassung durch Stärkung des Wasser- und Bodenrückhalts in Außenbereiche
                    Durchführungszeitraum: 01.2015-05.2016)
      02.2017 Einrichtung von Pegeln für die Wasserstandsmessung im Glems-Einzugsgebiet
      01.2018 Sachstandsbericht (141,2 KiB)im Gemeinderat  zu den aktuellen Planungen
      07.2018 Sachstandsbericht (7,2 KiB)im Gemeinderat zu den aktuellen Planungen
      02.2019 Hochwasserschutz entlang der Glems im Gemeinderat: Vorstellung der Entwurfsplanung beim Rathaus
                      Veröffentlichung der Ludwigsburger Kreiszeitung (149 KiB) vom 23.02.2019 dazu

Weiterführende Links

Hochwasser-Risikomanagement   Baden-Württemberg
Infos, Broschüren und Tipps rund um das Thema Hochwasser

Hochwasser-Risikomanagement   Baden-Württemberg – Starkregen
Infos und weiterführende Links zu Broschüren und Videos für Kommunen und für Bürger

Service-Portal   BW – Hochwasser
Behörden- und Verwaltungsinformationen, Verwaltungsdienstleistungen

FLIWAS   3
Bereitstellung von Informationen zum und Kommunikation im Hochwasserkrisenmanagement

Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW)
Aktuelle Messwerte, Daten- und Kartendienste, Hochwasservorhersage für Baden-Württemberg, Meine Umwelt App, Publikationen und Fachinformationen

Interkommunale Webseite zum Starkregenrisikomanagement 
Starkregengefahrenkarten für das Einzugsgebiet Glems, Informationen zum Thema Starkregengefahren und -risiken

Galerie

Räuschelbach bei Starkregenereignis am  4.7.2018

Bilder

Ansprechpartner

Gemeinde Schwieberdingen
Schloßhof 1
71701 Schwieberdingen
Tel. während der Öffnungszeiten des Rathauses: 07150 305-0

Hochwasserschutzverantwortlicher
Ulrich Wemmer
Leiter des Bauamtes
Tel. 07150 305-140

Feuerwehrhaus
Herrenwiesenweg 13
71701 Schwieberdingen

Feuerwehr
Leitstelle Ludwigsburg
Tel. 112

Haupt- und Ordnungsamt
Carmen Hirsch
Tel. 07150 305-130

Carina Kroll
Tel. 07150 305-137

Presseverantwortliche
Kirsten Stangl
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kultur
Tel. 07150 305-113