Schwieberdingen beschließt Maßnahmenpaket zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung

Der Gemeinderat der Gemeinde Schwieberdingen hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause ein großes Maßnahmenpaket beschlossen, welches mehrere Zielsetzungen verfolgt.

Die beschlossenen Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass die Mitarbeiterbindung erhöht und gleichzeitig neue Mitarbeitenden für die Einrichtungen der Gemeinde gewonnen werden können und dies in Zeiten eines sich immer weiter verschärfenden Fachkräftemangels. Das Maßnahmenpaket umfasst alle gemeindlichen Mitarbeitenden sowie Einrichtungen der Gemeinde Schwieberdingen.

„Der Fachkräftemangel zeigt bereits heute deutliche Auswirkungen in unseren Einrichtungen und ich rechne leider damit, dass dieser sich in den nächsten Jahren noch verschärfen wird. Dies betrifft die Gemeinde Schwieberdingen im Rathaus, im Bauhof, in allen Betreuungseinrichtungen sowie in allen Bereichen, bei denen wir Verantwortung durch Personaleinsatz übernommen haben“; so beschreibt Bürgermeister Nico Lauxmann die aktuelle Situation.

In intensiven Diskussionen mit dem Gemeinderat und auf Grundlage externer Expertisen, Mitarbeiterbefragungen, Gesprächen mit dem gemeindlichen Personalrat sowie eines interkommunalen Vergleichs wurde ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, das die Möglichkeiten eines kommunalen Arbeitgebers ausschöpfen soll, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Innerhalb des Rathauses werden insgesamt 3,5 neue Vollzeitstellen geschaffen, die mittels einer konkreten Aufgabenzuordnung im Querschnitt und ämterübergreifend allen Bereichen der Gemeinde zugutekommen werden. Für die Einführung eines zentralen Projektmanagements zur Koordination von zahlreichen Projekten und Sonderthemen wird eine neue Vollzeitstelle innerhalb der Kernverwaltung geschaffen. Eine zusätzliche Vollzeitstelle im Sachgebiet Personal erhält die Aufgabe der Mitarbeiterbindung und Mitarbeitergewinnung neuer Kolleginnen und Kollegen in den Zeiten des Fachkräftemangels. Die Aufgaben im Bereich der Digitalisierung und der EDV-Betreuung werden dem umbenannten Sachgebiet Finanzen und Digitalisierung zugeordnet – die Umsetzung digitaler Projekte zur Erhöhung des Dienstleistungsangebots für die Bürgerschaft sowie Erfüllung der vorhandenen rechtlichen Vorgaben erhält insgesamt 1,5 Stellenanteile. Bei den vom Gemeinderat beschlossenen neuen Stellen handelt es sich vollständig um Querschnittsaufgaben, die alle Ämter und Einrichtungen der Gemeinde betreffen.

Mittels einer Recruiting-Kampagne, die mit einer externen Unterstützung erarbeitet wird, soll in einer breiten Öffentlichkeit Aufmerksamkeit, Begeisterung und Interesse für die Gemeinde und die Tätigkeitsfelder geweckt werden. Diese soll nach Erarbeitung im zweiten Halbjahr 2022 starten. Neben den weiteren intensivierten Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung wird mittels einer großen Evaluation im Bereich der Kinderbetreuung überprüft, inwieweit die neuen Anforderungen auch strukturelle Veränderungen in der jetzigen Aufstellung notwendig machen. Der Start dieses großen Prozesses – der die Kernverwaltung sowie alle Einrichtungen betrifft – wird im zweiten Halbjahr 2022 stattfinden. Darüber hinaus beschlossen die gemeindlichen Gremien eine Attraktivitätssteigerung im Bereich der KITA Stellen aufgrund veränderter Gestaltung der Schließzeiten der KITAS in den Sommerferien sowie die Möglichkeit, dass allen gemeindlichen Mitarbeitenden zukünftig ein KITA-Platz angeboten wird.

Mittels des Ausbaus der schon vorhandenen Zusatzleistungen verfolgt die Gemeinde die Zielsetzung, die vorhandenen Stellen attraktiver zu gestalten und gleichzeitig ein deutliches Signal der Wertschätzung zu geben. Die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, finanzielle Zuschüsse bei Fahrten zur Arbeit mit Fahrrad und ÖPNV, Prämien für Mitarbeitende, die neues Personal anwerben, eine Regelung für mobiles Arbeiten/ Homeoffice für die Kernverwaltung, Teambuildingmaßnahmen und die Einführung eines Nachwuchsführungskräfteprogramms sind einige Beispiele für den Ausbau der Zusatzleistungen bei der Gemeinde Schwieberdingen.

Grundsätzlich werden die beschlossenen Maßnahmen in diesem Jahr detailliert ausgearbeitet und vorbereitet, die benötigen finanziellen Mittel im Haushaltsplan 2023 eingeplant und dann mit einer Umsetzung im Jahr 2023 begonnen.

„Das nun vom Gemeinderat beschlossene Maßnahmenpaket enthält Instrumente eines kommunalen Arbeitgebers, sich dem Fachkräftemangel entgegenzustellen. Gemeinderat und Verwaltungsführung zeigen damit deutlich: Wir tragen mittels Investitionen unseren Teil zur Problemlösung bei.

Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass unsere Maßnahmen auf kommunaler Ebene alleine nicht ausreichen werden, den Fachkräftemangel zu lindern. Wir benötigen in dieser ernsten Situation in vielen Bereichen schnell und unbürokratisch die Unterstützung des Landes und des Bundes – ich hoffe sehr, dass auch diese Ebenen ihren Beitrag leisten, die Probleme des Fachkräftemangels zum Wohle unserer Bürgerschaft zu bekämpfen“, so Bürgermeister Lauxmann.