Platz für Geflüchtete benötigt

Zahl geflüchteter Ukrainer in Schwieberdingen

Zustrom fordert die Gemeinde – Turn- und Festhalle als Notunterkunft geplantDer Zustrom an Geflüchteten wird die Gemeinde Schwieberdingen in den kommenden Wochen und Monaten erheblich fordern. Absehbar ist, dass in wenigen Wochen die bestehenden Unterbringungsmöglichkeiten erschöpft sind. Die Gemeindeverwaltung geht daher davon aus, dass bereits in den Herbstferien (ab 31. Oktober) die große Turn- und Festhalle am Herrenwiesenweg als Notunterkunft eingerichtet werden muss. In der Folge wird die Halle für Vereine, Schulen und Aktivitäten vorerst nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Vereine und Organisationen wurden über diesen Sachverhalt informiert.
Seit Kriegsbeginn in der Ukraine wurden 230 Flüchtlinge in Schwieberdingen eine Heimat auf Zeit gegeben. Nicht alle Flüchtlinge blieben in der Gemeinde: Aktuell wohnen 204 ukrainische Geflüchtete in Schwieberdingen, davon 100 in einer vom Landratsamt zu diesem Zweck angemieteten Unterkunft. 62 in gemeindeeigenen Unterkünften und 42 in privaten Wohnräumen. Bürgermeister Nico Lauxmann: „Seit Mitte August wächst die Zahl der Menschen, die eine Bleibe benötigen, erheblich an. Bis zu zehn Geflüchtete pro Woche werden uns vom Landkreis zugewiesen. Wir müssen, wie alle anderen Gemeinden und Städte, davon ausgehen, dass die Zahlen steigen und dann auch die Kapazitäten nicht mehr ausreichen.“

Stand heute kann die Gemeinde Schwieberdingen noch etwa 50 Geflüchtete aufnehmen. Diese Zahl sinkt aber durch die Zuweisungen des Landkreises von Woche zu Woche.

Der Bürgermeister: „Wir versuchen, die Situation durch die Herrichtung von gemeindeeigenen Wohnräumen, wie zum Beispiel dem ehemaligen Hausmeisterhaus am Herrenwiesenweg, zu verbessern. Gleichzeitig ist absehbar, dass in wenigen Wochen alle Flüchtlingsunterbringungen bis zur Kapazitätsgrenze voll belegt sein werden. Kurzfristig würden wir die Anmietung von Übergangsunterbringungen in Hotels in Erwägung ziehen. Es ist aber absehbar, dass diese Anstrengungen bei einem weiteren Zustrom nicht ausreichen.“ Deshalb werden das Deutsche Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr gebeten, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schwieberdingen die Turn- und Festhalle in den Herbstferien als Notunterkunft einzurichten. In die Turn- und Festhalle könnten je nach Umbau- und Ausstattungsvariante bis zu ca. 80 Personen untergebracht werden.

Der Bürgermeister weiß, dass der Wegfall der großen Halle für den Schul- und Vereinssport eine besondere Härte darstellt: „Wir haben vielfach beraten, ob es eine andere Lösung geben kann. Dies ist aber aufgrund der aktuellen Zuweisungen nicht der Fall. Von daher bitten wir um Ihre Solidarität und auch um weitere Hilfen."

Nicht nur die Gemeinde Schwieberdingen ist von der Situation betroffen: Im ganzen Bundesgebiet, in Baden-Württemberg und auch im Landkreis Ludwigsburg geraten Gemeinden an ihre bestehenden Kapazitätsgrenzen. In zahlreichen Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg werden Sporthallen zu Unterkünften umgebaut, so in Asperg, Kornwestheim oder Bietigheim-Bissingen mit der Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums.
 
Privater Wohnraum gesucht

Um die Turn- und Festhalle baldmöglichst wieder ihrer ursprünglichen Nutzung zuzuführen und für das Vereins- und Schulleben bereitzustellen, bittet die Gemeinde darum, weiterhin privaten Wohnraum (freie Wohnungen/Häuser) zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.Die Mietverträge werden direkt mit Geflüchteten geschlossen, die Gemeinde ist bei der Vermittlung gerne behilflich.