Debatte im Gemeinderat zur Stuttgarter Straße

In der Gemeinderatssitzung wurde nach 8 Wochen Baustelle ein erstes Fazit gezogen. Die Arbeiten zum ersten Bauabschnitt liegen voll im Zeitplan.

Mit der Sanierung der Wasserleitungen ist man bereits so weit fortgeschritten, dass voraussichtlich ab Mittwoch die Einmündung zur Schulstraße gesperrt wird, damit dort angeschlossen werden kann. Dies wird die Verkehrssituation erneut verändern.
Bürgermeister Nico Lauxmann hatte für die Gemeinderatssitzung ein erstes Fazit zur Baustelle angekündigt und hierzu die Verantwortlichen auf Seiten der Gemeinde, der Baufirmen und der Kommunikation mit an den Tisch gebeten. Insgesamt zeigten sich alle Beteiligten sehr zufrieden mit dem aktuellen Verlauf: „Wir liegen voll im Zeitplan – und das ist ja erst einmal das Wichtigste“, hob Bürgermeister Lauxmann hervor.

Unerwartete Leitungen, Gasleitung und Starkstromkabel – wenn´s weiter nichts ist
Bauleiter Heinrich Arnold berichtete sehr offen über die Herausforderungen der ersten zwei Monate im Bauabschnitt 1. Der Anfang der Erkundungen gleich zu Beginn der Sommerferien erbrachte bereits ein sehr schwieriges, überraschendes Bild: Leitungen im Untergrund waren nicht eingezeichnet, Informationen zu deren Zusammenhängen fehlten und mussten erst erarbeitet werden. Eine zweite Herausforderung stellten die Gasleitungen dar, die verlegt werden mussten, um Platz zu schaffen für Breitbandkabel und Beleuchtung. Viele Bürgerinnen und Bürger hatten mit Spannung die Arbeiten verfolgt. Anschließend wurden noch 80 Meter Starkstromkabel im Auftrag der Netze BW verlegt. „Das ist eigentlich ganz normal“, meinte Bauleiter Arnold. „Wir haben allerdings auch an einer der komplexesten Stellen mit dem Bauen begonnen, weil wir die Termine für die Fördermöglichkeiten am Vaux-le-Pénil-Platz halten wollen“. Hierzu war es wichtig, am Anfang genau zu planen und zu prüfen und die Teams entsprechend den Herausforderungen zusammenzustellen.
 
Arbeiten gehen schneller voran als gedacht
Im Augenblick sieht es so aus, als werde der enge Zeitplan voll erreicht. Ende nächster Woche werden die ersten Randsteine gesetzt. Dann bekommt die Straße schon ein neues Gesicht. Anschließend beginnen die Pflasterarbeiten auf dem Gehweg, berichtete Ulrich Wemmer, der Bauamtsleiter von Schwieberdingen. Auch die Technik für die „Brunnenstube“ wird gleich mit angepackt. Bereits jetzt sind über 80 % der Wasserleitungen auf der Nordseite fertig gestellt. Wohl schon am Mittwoch – deutlich früher als erwartet – wird die Einmündung vom Schulberg erreicht und muss gesperrt werden. Ende Oktober sind dann die Tiefbauarbeiten auf der Nordseite fertig und ein Behelfsbelag kann aufgebracht werden. Die Baustelle wandert anschließend auf die Südseite. Ende Januar könnte der gesamte Bauabschnitt 1, wie im Bauzeitenplan vorgegeben, fertig werden, bereits ab Dezember tritt eine deutliche Verbesserung zur Zugänglichkeit ein.
 
Arbeitsschutz muss sein
Wilhelm Kern Geschäftsführer der Baufirma Lukas Gläser GmbH hob noch einmal hervor, dass er die Anwohner verstehe, die vom Lärm und dem Aufwand einer so großen Baumaßnahme überrascht sind. Er bedankte sich ausdrücklich für die Einladung des Gemeinderats und die Möglichkeit, über die Baustelle zu informieren. „Wir bauen für Sie eine moderne Infrastruktur mit Gas, Wasser und schnellem Internet“, betonte er. Auch von Seiten der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte wurde besonders sein Polier gelobt, der auf der Baustelle viele Anliegen der Bürger sofort lösen konnte und die Baustelle schnell voranbringt. Besonders diskutiert wurde die Forderung einzelner Bürger, länger auf der Baustelle zu arbeiten. Herr Kern betonte, dass er an Tarifverträge und Arbeitszeitverträge gebunden ist und außerdem für die Sicherheit auf der Baustelle persönlich verantwortlich ist. „Hierzu gehört auch, dass die Leute nach 8 Stunden nach Hause gehen und Pausenzeiten einhalten müssen“. Eine Gemeinderätin kommentierte hierzu, dass sie sehr froh sei, dass das Unternehmen sowohl Arbeitszeiten wie auch Arbeitsschutz sehr ernst nehme.
 
Barken in der Glems und „eigene“ Absperrungen
Carmen Hirsch, die Leiterin des Haupt- und Ordnungsamtes schilderte ebenso wie Dr. Antje Grobe vom Büro DIALOG BASIS viele Verkehrssituationen, die Anwohnerinnen und Anwohner wie auch die Gemeindeverwaltung gleichermaßen zu Recht verärgern. Mehrfach wurden Barken oder Verkehrsschilder verrückt, verschleppt oder in die Glems geworfen. Die Situation bessert sich scheinbar, seit die meisten mit Kabelbindern gesichert sind. Vielleicht verlieren solche „Scherze“ ja auch ihren Reiz mit der Zeit. Problematisch ist nur, dass die Mitarbeitenden im Gemeindevollzugsdienst, die Fachfirma und der Polizei alle Hände voll zu tun haben, die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen täglich zu kontrollieren und wieder herzustellen. „Wir stellen die Schilder oder Absperrungen ja nicht hin, um jemanden zu ärgern, sondern damit die Baugruben gesichert sind, der Verkehr einigermaßen vernünftig fließt und die Kinder sicher zur Schule kommen“, führte Frau Hirsch aus. „Wir müssen bei jeder Maßnahme im Auge behalten, welche Auswirkungen sie auf den gesamten Verkehrsfluss hat.“ Sie zeigte wenig Verständnis für das Ignorieren von Schildern, das durchfahren von Anwohnerstraßen oder dass Anwohner nach Feierabend die notwendigen Absperrungen nach eigenem Gutdünken verrücken. Viel Aufsehen hatte beispielsweise ein LKW erregt, der in eine der Anliegerstraßen eingefahren war und wohl nur mit großer Mühe wenden konnte. Die nun kommende Sperrung der Schulberg-Kreuzung wird sicher die nächste Herausforderung. Der Schulberg ist dann nur noch über die Gartenstraße zu erreichen und wird außerdem zur Sackgasse.
 
Mehr Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt
Auch die nach wie vor viel zu hohe Verkehrsbelastung auf dem Schulberg wurde immer wieder in den Anwohnergesprächen kritisiert. Auf mehrfachen Wunsch der Anwohner wurden die Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt deutlich verstärkt. Bürgermeister Lauxmann bedankte sich ausdrücklich bei seinem Team und der Polizeidienststelle. Allerdings beschweren sich jetzt die ersten Anwohner, dass sie mehrfach kontrolliert wurden.
 
Mehr Sicherheit für Schulkinder
Sehr positiv wurde die schnelle Umsetzung verschiedener Anregungen aus der Bürgerschaft bewertet: So wurden zwei neue Querungshilfen für Schulkinder auf der Hermann-Essig-Straße eingebaut. Die neuen „Nasen“ schaffen geschützte Räume, die den Kindern zur Orientierung dienen. Auf der Zufahrt Gartenstraße-Kirchstraße wird eine weitere Verengung eingerichtet. Sie führt in einen durch Poller geschützten Bereich an der Kirchmauer vorbei. Hier sollen die berühmten „Fußdapperle“ den Kindern den Weg zeigen.