Lebenslagen

Förderung der Integration

Menschen mit Migrationshintergrund verfügen in Bezug auf Bildungserfolge, Sprachkenntnisse, die Ausbildungs- und Erwerbsbeteiligung sowie weitere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens oft noch nicht über gleichberechtigte Teilhabe. Es ist für das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Wurzeln und den Zusammenhalt der Gesellschaft jedoch von großer Bedeutung, dass gleichberechtigte Teilhabe für alle in Baden-Württemberg lebenden Menschen realisiert wird.

Zum Teil haben Benachteiligungen strukturelle oder institutionelle Gründe. Deshalb können integrationsfreundliche Strukturen und Herangehensweisen hilfreich sein, um gleichberechtigte Teilhabe zu verwirklichen. Zum Teil kommen auch diskriminierende Denk- oder Verhaltensmuster als Grund für Benachteiligungen in Betracht. Eine wichtige Voraussetzung erfolgreicher Integration ist deshalb, dass alle hier lebenden Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder vom Vorliegen eines Migrationshintergrunds bereit sind, Anerkennung und Respekt füreinander sowie Offenheit für Angehörige anderer Kulturen und Religionen aufzubringen. Nur wer sich anerkannt und respektiert fühlt, wird auch bereit sein, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Integration ist keine einseitige Forderung an Menschen mit Migrationshintergrund, sondern eine gemeinschaftliche Aufgabe der ganzen Gesellschaft. Denn Integration findet maßgeblich im alltäglichen Zusammenleben statt, z. B. am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, im Kindergarten, in der Schule und im Verein. Erfolgreiche Integration bedingt daher auch das Zusammenwirken und das Engagement der Menschen vor Ort. Dies kann konkret bedeuten, dass die Gesellschaft Menschen mit Migrationshintergrund Angebote zur Beteiligung eröffnen muss. Und von Menschen mit Migrationshintergrund werden der Wille und das Engagement zur Annahme dieser Angebote erwartet, etwa beim Erwerb der deutschen Sprache.

Freigabevermerk

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Integrationsministerium hat ihn am 30.07.2015 freigegeben.